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1,9 Millarden Menschen leben in Regionen, in denen Wasser knapp ist

Kind trinkt Wasser aus Schlauch

Am Weltwassertag (22. März) erinnern die UN daran, wie wichtig sauberes Wasser für Entwicklung ist.

Der erste Gang im Büro führt für die meisten von uns zur Kaffeemaschine und dann zum Wasserzapfhahn – gesprudelt oder still. Eine Selbstverständlichkeit eben. Für uns ist es das, aber für 2,1 Millarden Menschen auf der Welt ist es das auch im Jahr 2018 noch nicht. Sie müssen minderwertiges Wasser trinken, weite Strecken dafür zurück legen oder darauf warten, bis endlich einmal wieder Wasser aus dem Hahn kommt. Zeit, die sie natürlich besser nutzen könnten. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, nutzt die UN den Weltwassertag, der wie jedes Jahr am 22. März stattfindet.

1,9 Mrd. Menschen leben bereits heute in Gegenden, in denen Wasser knapp ist. Bis zum Jahr 2050 könnten es drei Milliarden Menschen werden. Was das bedeutet, sehen wir gerade in Kapstadt in Südafrika, das mit umfangreichen Wasserspar- und Investitionsmaßnahmen versucht, den "Day Zero" abzuwenden. Dann muss die Wasserversorgung der Stadt abgeschaltet und der Katastrophenfall eingeleitet werden.

Selbst die Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz beschäftigten sich im Februar mit dem Zusammenhang Klimawandel, Armut, Wasserknappheit und Terrorismus aus der Perspektive "Hungrig, durstig, arm – wer so lebt, ist empfänglicher für die Anwerbung durch Terrorgruppen." Ein weiterer Hinweis darauf, dass Wasserknappheit inzwischen als Sicherheitsrisiko gilt. Außerdem sind die Lebensbedingungen, die kein menschenwürdiges Leben ermöglichen, und Konflikte, die daraus entstehen, häufig eine Ursache dafür, dass Menschen ihr gewohntes Umfeld verlassen und fliehen.

Zum Beispiel in Afrika: In Uganda fliehen die Menschen vor einer bewaffneten Rebellentruppe der Lord Resistance Army in den Süden des Landes, beispielsweise in die Stadt Gulu, die inzwischen aus allen Nähten platzt. Die KfW unterstützt die Stadt dabei, für die Bevölkerung und die Flüchtlinge ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen, Abwasserentsorgung und Siedlungshygiene sicher zu stellen, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.

1,2 Milliarden Menschen sind heute von Überflutungen bedroht.

Während ein zu wenig an Wasser dramatische Auswirkungen für Mensch, Umwelt und Wirtschaft hat, so hat auch ein Zuviel an Wasser verheerende Auswirkungen. Die Zahl an Menschen, die von Überflutungen bedroht sind, wird Schätzungen zufolge von heute 1,2 Milliarden Menschen auf 1,6 Milliarden Menschen in 2050 steigen – das entspricht fast 20 Prozent der heutigen Weltbevölkerung.

So geht es auch einer Vielzahl der Menschen in Bangladeschs Städten, die noch rasanter wachsen als im ohnehin hohen asiatischen Vergleich. Durch die immer dichtere Besiedlung zum Beispiel in Barisal im Süden des Landes, werden Teiche und Kanäle zugeschüttet und für Wohnraum oder Müllhalden genutzt. Die alljährlichen Sturzfluten im Monsun oder durch immer häufiger auftretende Zyklone und andere Extremwetterereignisse können nirgendwo mehr geordnet abfließen und richten bereits heute insbesondere in den Armenvierteln verheerenden Schaden an. Da der Stadtverwaltung das Geld und die Prognosemodelle für eine klimaangepasste Stadtentwicklung fehlen, unterstützt die KfW hier mit finanziellen Mitteln und mit Know-how.

Mit ihren laufenden Wasser-Projekten erreicht die KfW gut 260 Millionen Menschen, die durch bessere Wasserqualität, Erhöhung der Wassersicherheit, effizientere Ressourcenverteilung und von einem verbesserten Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen profitieren.

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