KfW-News

Fünf Kilometer laufen zum nächsten Generator, um Zugang zu Strom zu erhalten? In vielen ländlichen Regionen Afrikas gehört das zum Alltag – bis jetzt, denn immer mehr Start-Ups entwickeln smarte Lösungen und ermöglichen so auch Menschen Zugang zu Energie, die keinen Stromanschluss im eigenen Haushalt haben.

Die DEG fördert solche innovativen Ansätze zum Beispiel mit Mitteln aus dem Programm "Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft". Im Rahmen der "Internationalen Klimaschutzinitiative" (IKI) stellt sie Mittel des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) für klimafreundliche Projekte bereit – so auch im Niger und in Ruanda.

Solarcontainer bringt Licht für die Abendstunden

In dem kleinen Dorf Amaloul Nomade im Westen Nigers steht seit Ende November 2017 ein "Solarcontainer". Diese mobile Photovoltaikanlage sichert mit einem 60 kWh-Batteriespeicher die Stromversorgung des gesamten Ortes, der nicht ans nationale Stromnetz angeschlossen ist. Entwickelt, gebaut und installiert hat ihn das Start-Up Africa GreenTec aus dem hessischen Hainburg – gefördert von der DEG mit Mitteln des BMUB.

Bei Tagestemperaturen von rund 45 Grad können die Dorfbewohner nun auch die kühleren Abendstunden nach Einbruch der Dunkelheit um 18 Uhr für Arbeit und Freizeit nutzen. Kinder gehen am frühen Abend zur Schule. Handwerker können dank elektrisch angetriebener Geräte ihre Betriebe verbessern. Zudem können die Dorfbewohner nun erstmalig einen satellitengestützten Internetzugang nutzen.

Im Vergleich zu Dieselgeneratoren ist die erneuerbare Energieversorgung für die Bewohner auch günstiger, sauberer und leiser. Diesellieferungen, die sich häufig verzögern oder verteuern können, erübrigen sich.

Strom und Internet dank mobiler Solarkioske

In Ruanda vertreibt das Unternehmen ARED kleine, mobile Solarkioske. Sie verwandeln Sonne in Strom. Die Kunden können vor Ort günstig ihr Smartphone aufladen, den WIFI-Internetzugang nutzen, lokale Nachrichten aufrufen, Steuern zahlen und mobile Geldüberweisungen tätigen.

Jeder neue Kiosk schafft dauerhafte Arbeit. Oft sind Frauen die Betreiberinnen der Kioske, die sich mit dieser Idee selbstständig machen. ARED bietet ihnen kostenlose mehrwöchige Schulungen und vermittelt darin unter anderem, wie Kundenkontakte geknüpft und die verschiedenen Services vermarktet werden können.

Die DEG hat die Entwicklung des Prototypens mit Mitteln des BMUBs unterstützt. Produziert werden die Solarkioske derzeit in Deutschland. Mittelfristig sollen sie vor Ort hergestellt werden und auch eine Ausweitung des Geschäftsmodells nach Uganda ist geplant.

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Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft