KfW-News

Erste afrikanische Staaten bekunden bereits Interesse

Computerrechner mit einer Vielzahl an externen Verbindungskabeln

Selbst bei langsamen Internetverbindungen läuft die von der KfW entwickelte Software stabil.

Eine Software-Lösung für die transparente, sichere und einfache Abwicklung für Entwicklungsvorhaben im Bereich öffentlicher Finanzen hat die KfW in den vergangenen Monaten entwickelt. Dazu nutzt sie die Blockchain-Technologie, die auch die Internetwährung Bitcoin absichert. Ein Pilotprojekt soll nun in afrikanischen Ländern getestet werden. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt dafür 1 Mio. EUR bereit.

"Viele Institutionen befassen sich momentan mit dem Einsatz der Blockchain-Technologie, doch so konkret wie wir hat das noch keiner gemacht", sagt KfW-Experte Piet Kleffmann. Gemeinsam mit dem Digital Office der KfW hat er ein Projekt auf die Beine gestellt, das in den vergangenen Monaten die Software TruBudget (Trusted Budget Expenditure Regime) entwickelt hat. Sie nutzt die Blockchain-Technologie, mit deren Hilfe jeder einzelne Schritt etwa der Beschaffung, der Vertragsgestaltung, der Ausschreibung sowie Auszahlungsprozesse bei der Durchführung eines Projekts zuverlässig dokumentiert wird. Diese Dokumentation ist transparent und kann nicht nachträglich manipuliert werden.

Blockchain in der KfW

Dr. Jure Zakotnik (Digital Office KfW) erläutert die Funktionsweise der Blockchain-Technologie in der Entwicklungszusammenarbeit.

(29. August 2017)

Video anzeigen (1:09 Min.)

"Blockchain-Technologie: Funktionsweise und Potenziale für Entwicklungsländer", KfW-News v. 24. August 2017

Das Risiko einer Fehlverwendung von öffentlichen Mitteln ist damit minimiert. Dies geschieht in einem Blockchain-System durch eine Kombination von drei Elementen: Die zugrunde liegende Datenbank wird nicht zentral, sondern parallel auf vielen dezentralen Servern gespeichert und gepflegt. Bei jedem neuen Eintrag in die Datenbank wird ein Code (der sogenannte "Block") generiert, der auf dem Code des jeweils letzten Eintrags aufbaut. Dadurch entsteht eine Kette von Codes, die so genannte "Blockchain", die alle bisherigen Transaktionen abbildet. Vor der Speicherung neuer Einträge müssen alle beteiligten Server bestätigen, dass die Blockchain unversehrt ist, die Datenbank also nicht manipuliert wurde. Da die Daten nicht nur auf einem Server, sondern verteilt auf einem ganzen Netzwerk von Servern liegen, ist eine nachträgliche Manipulation so gut wie unmöglich. "Alles, was genehmigt wird, wird über die Blockchain abgesichert und ist jederzeit nachvollziehbar", erklärt Piet Kleffmann die Vorteile.

"Wir haben erst gelernt, welche Möglichkeiten in der Blockchain-Technologie stecken, während wir die Software entwickelt haben", erklärt Jure Zakotnik aus dem Digital Office der KfW. "Die Software wird zuverlässig und stabil laufen, auch wenn die Internetverbindung langsam ist." Ein Praxistest soll nun zeigen, wie sich TruBudget im Einsatz in den Partnerländern bewährt. Ein Team von KfW-Experten reist Ende September nach Afrika, um das neue System vorzustellen. Erste afrikanische Staaten haben bereits ihr Interesse bekundet.