KfW-Kredite fördern Vorhaben, die ohne diese Hilfe unter Umständen keine Chancen bei Geschäftsbanken hätten. Die Konditionen sind meist besser, als die Konditionen bei einem Darlehen der Geschäftsbank. Förderungen sind aber auch Subventionen und verzerren damit potenziell den Wettbewerb. Denn wer sie erhält, hat niedrigere Kosten, kann günstiger anbieten und letztlich Wettbewerber unterbieten. Daher gibt es von EU-Seite die Regelung, dass Subventionen durch die Europäische Kommission genehmigt werden müssen. Die meisten Förderungen in Deutschland werden aus EU-Töpfen bezahlt; dazu gehört beispielsweise ein Zuschuss aus dem Gründercoaching Deutschland oder auch viele geförderte Darlehen. Hier kommen die so genannten "De-minimis-Beihilfen" ins Spiel. Dabei handelt es sich um Förderungen, die wegen des geringen Betrages von der Genehmigungspflicht der Europäischen Kommission ausgenommen sind. Sie dürfen derzeit insgesamt 200.000 Euro aus den Fördertöpfen der De-minimis-Beihilfen entnehmen. Alle De-Minimis-Beihilfen werden dabei aufsummiert; auch wenn Sie die Beihilfe von unterschiedlichen Organisationen erhalten haben. Nehmen wir an, Sie erhalten den Gründungszuschuss und wollen nun das Startgeld der KfW-Mittelstandsbank beantragen. Beide Förderungen werden aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) entnommen – die Abwicklung erfolgt aber über unterschiedliche Organisationen. Da die eine Organisation zunächst nichts von der anderen weiß, müssen Sie immer, wenn Sie eine solche Förderung in Anspruch nehmen, auch Angaben darüber machen, ob Sie bereits eine andere Förderung aus EU-Töpfen entnommen haben. Gehen Sie gewissenhaft mit diesen Angaben um. Das Unterlassen einer solchen Angabe ist ein Fördermittelbetrug und im Strafgesetzbuch als Straftat verankert. Im Antrag auf das Startgeld der KfW-Mittelstandsbank müssten Sie also beispielsweise einen Zuschuss aus dem Gründercoaching Deutschland angeben. Nehmen Sie den bürokratischen Aufwand bei der Beantragung ernst, denn es handelt sich um Vorgaben, die auf EU-Ebene festgelegt werden und deren Einhaltung streng geprüft wird. Heben Sie die Unterlagen gut auf – 15 Jahre Aufbewahrung sind Pflicht. Fragen Sie weiterhin bei jeder Förderung nach, ob es sich um eine De-minimis-Beihilfe handelt. Üblicherweise steht das aber auch auf der Bewilligung oder in den Beschreibungen des Förderprogramms. Wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht eine weitere Beihilfe beantragen, brauchen Sie eine Kopie der Zusagen über die bereits erhaltenen anderen De-minimis-Beihilfen.