Der Schritt in die Selbstständigkeit ist von besonderer Tragweite; sein Erfolg hängt aber nicht nur von fachlichen Qualifikationen ab.
Neben dem vertrauten Feld der fachlichen Qualifikation müssen GründerInnen zumeist auch oft Neuland betreten.
In den letzten Jahren nahm die Zahl der Unternehmensgründer, die innerhalb der ersten vier Jahre ihre Existenz wieder aufgeben mussten, zu. Dies lag häufig nicht an gesamtwirtschaftlichen Problemen, sondern an Fehleinschätzungen und Managementfehlern.
Gut durchdachte Unternehmensgründungen hatten und haben hingegen hohe Erfolgsaussichten.

Gründercoaching ist ein wichtiges Instrument zur Erhöhung der Erfolgsaussichten und nachhaltigen Sicherung von Existenzgründungen. Um Existenzgründerinnen und Existenzgründern die Finanzierung von Coaching-Maßnahmen zu ermöglichen und den Erfolg von Existenzgründungen zu erhöhen, können Zuschüsse zu den Kosten der Coachingmaßnahme aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gewährt werden.

Worum geht es beim Gründercoaching Deutschland?
Die meisten Gründer und jungen Unternehmen brauchen eine kompetente Beratung, damit das Unternehmen Erfolg hat. Bewährt hat sich das Coaching-Prinzip. Ein qualifizierter Unternehmensberater betreut und begleitet das junge Unternehmen. Das Coaching wird durch einen Zuschuss aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.
Das Gründercoaching Deutschland wird bundesweit angeboten.

Was wird gefördert?
Gefördert werden Coaching-Maßnahmen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen und organisatorischen Fragen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Existenzgründern im Bereich der gewerblichen Wirtschaft (Handel, Handwerk, Industrie, Gast- und Fremdenverkehrsgewerbe, Handelsvertreter und -makler, sonstiges Dienstleistungsgewerbe, Verkehrsgewerbe) und von Angehörigen Freier Berufe, sofern ihr überwiegender Geschäftszweck nicht auf die entgeltliche Unternehmensberatung ausgerichtet ist.

Wer kann das Gründercoaching in Anspruch nehmen?
Der Beginn der selbstständigen Tätigkeit des Existenzgründers (Gründung, Unternehmensübernahme, tätige Beteiligung) muss erfolgt sein und darf zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht länger als 5 Jahre zurückliegen.
Die Beratung vor der Gründung kann nicht gefördert werden.
Die zu beratenden Existenzgründer müssen ihren Sitz und Geschäftsbetrieb in der Bundesrepublik Deutschland haben.

Wie hoch ist der Zuschuss?
Das maximal förderfähige Tageshonorar (netto) beträgt 800 Euro. Ein Tagewerk umfasst 8 Stunden.
Insgesamt werden höchstens 6.000 Euro gefördert.
Bezogen auf diese förderfähigen Kosten erhalten Unternehmen folgende Zuschüsse:
75 % in den neuen Bundesländern
50 % in den alten Bundesländern einschließlich Berlin

Zuschuss für Gründungen aus der Arbeitslosigkeit
Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit erhalten im Rahmen dieses Programms im ersten Jahr nach der Gründung eine besondere Förderung, sofern an sie in diesem Zeitraum ein Gründungszuschuss (§ 57 Sozialgesetzbuch SGB III), Regelleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts (§ 20 SGB II), Einstiegsgeld (§ 16b SGB II bzw. § 29 SGB II in der bis zum 31.12.2008 gültigen Fassung), Leistungen zur Eingliederung von Selbstständigen (§ 16c SGB II) oder sonstige weitere Leistungen zur Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit (nach § 16 Absatz 2 Satz 1 SGB II in der bis zum 31.12. 2008 gültigen Fassung), erbracht werden oder wurden. Diese Existenzgründer erhalten im gesamten Bundesgebiet einen Zuschuss von 90 % des Beraterhonorars bei einer maximalen Bemessungsgrundlage von 4.000 Euro. Das maximal förderfähige Tageshonorar beträgt 800 Euro. Ein Tagewerk umfasst 8 Stunden pro Tag. Das insgesamt vertraglich zu vereinbarende Netto-Beraterhonorar darf die Bemessungsgrundlage von maximal 4.000 Euro nicht überschreiten.

Welche Kosten muss der Existenzgründer selbst tragen?
Folgende Kosten (Selbstbeteiligung) sind vom Existenzgründer selbst zu tragen:
• der Eigenanteil am Beraterhonorar
• die Fahrtkosten des Beraters
• sonstige in der Beraterrechnung aufgeführten Nebenkosten sowie
• die Mehrwertsteuer des gesamten Rechnungsbetrags.
Die Zahlung der Selbstbeteiligung ist der KfW gegenüber nachzuweisen. Die Selbstbeteiligung darf nicht aus Mitteln des ESF oder vom beauftragten Berater – mittel- oder unmittelbar – finanziert werden.